Interview mit Donata zu ihrem zweiten Soloalbum

“Alchemy” erscheint am 26.04.2024

Beitragsfoto ©Yvonne Hartmann

Donata Kramarz begann bereits im Alter von 13 Jahren, zu Herzen gehende Melodien zu komponieren. Mit dieser Leidenschaft für Musik studierte sie Gesang am Konservatorium für Musik in Amsterdam. Hier traf sie auf gleichgesinnte Musiker und gründete die preisgekrönte Indie-Pop-Gruppe NOSOYO. Als Art-Pop-Duo NOSOYO machten Donata und Daïm de Rijke in Berlin weiter und sicherten sich dank Donatas starkem Songwriting ihren Platz in der Indie-Pop-Szene. Nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums Loud & Shameless beschloss das Duo, eine Pause einzulegen. 2023 veröffentlichte Donata ihr Debüt-Soloalbum Imaginary Land. Der musikalische Fokus lag schon da, neben dem Songwriting, auf ihrer unverwechselbaren Stimme. Der Berliner Radiosender FluxFM lobte erst kürzlich, Imaginary Land  zeige, wie großartig Donatas Stimme als Instrument funktioniere.

„Ich habe mich lange nicht getraut als Solokünstlerin zu arbeiten, aber diese Besinnung auf das, was ich um mich herum fühlen kann, hat mich sehr dabei unterstützt zu verstehen, dass ich nie allein bin und immer Neues erschaffen kann.“

Donata

Donatas zweites selbstproduziertes Soloalbum Alchemy beinhaltet 10 hinreißende Songs. Fünf davon wurden bereits als Singles veröffentlicht. „A Song About Being in Love“ wurde für die Listen To Berlin Compilation 23/24 ausgewählt.

“Alchemy” cover artwork © Triana Hernandez

Ich hatte Gelegenheit, schon alle Songs des Albums zu hören und bin begeistert von Donatas facettenreichem Gesang. Weiter hat sie wieder bewiesen, dass sie eine ausgezeichnete Songschreiberin und Produzentin ist.

Mehr zur Entstehung von „Alchemy“ erzählt Donata im Interview:

Fünf Fragen an Donata

Auf die Ohren: Hallo Donata, vielen Dank, dass Du Dir für dieses Interview Zeit nimmst. Nachdem Du und Daïm de Rijke beschlossen haben, mit Nosoyo eine künstlerische Pause einzulegen, hast Du im Mai des letzten Jahres Dein Debütalbum “Imaginary Land” veröffentlicht. Wie ist es Dir seitdem ergangen, hast Du Dich sofort in die Arbeit für Dein zweites Album „Alchemy“ gestürzt?

Donata: Einige der “Alchemy” Songs sind tatsächlich noch in der “Imaginary Land” Zeit entstanden (“Lenore” und “Façade”), haben aber inhaltlich nicht dazu gepasst. Sie hatten schon eine neue Energie, einen neuen Charme. Ich wollte diesem Impuls folgen und mehr Songs in diese Richtung entstehen lassen. Es war also ein sehr natürlicher und fließender Übergang. Es gibt auch Songs aus der wirklich sehr produktiven “Imaginary Land” Zeit, die bereits für das 3. Album geplant sind, weil sie nochmal einen ganz eigenen Charakter haben. So bestimmen die Songs wo es langgeht 😉 

Auf die Ohren: Alchemie assoziiert mittelalterliches Hexenwerk, aber auch vormedizinische Heilkunde. Wie ist es zu dem Albumtitel “Alchemy” gekommen?

Donata: Ich habe mich viel beschäftigt mit Themen wie Trauma (auf individueller und kollektiver Ebene), Selbstheilungskräften und war schon immer stark interessiert an holistischer Gesundheit. Die damaligen “Hexen” waren Frauen, die ihr Verständnis über die Prozesse und Heilkräfte der Natur miteinander teilten und es so weitergaben. Ihr tiefes Verständnis dessen hatte viel mit Wahrnehmen und sich Einlassen auf das, was ist, zu tun. Unterstützend präsent sein, ohne optimieren zu wollen. Es wurde mir in den letzten 2 Jahren noch stärker bewusst, dass meine Kreativität sich durch Präsenz dieser Art rasant entfalten kann, vor allem wenn ich mich dazu auch noch viel in der Natur aufhalte und mir Zeit nehme, die Elemente um mich herum wahrzunehmen. Ich habe mich lange nicht getraut als Solokünstlerin zu arbeiten, aber diese Besinnung auf das, was ich um mich herum fühlen kann, hat mich sehr dabei unterstützt zu verstehen, dass ich nie allein bin und immer Neues erschaffen kann. 

Auf die Ohren: “Alchemy” erscheint bei Deinem eigenen Label Donata Music. Welche Bedeutung hat es für Dich, Labelchefin zu sein und welche Auswirkung hatte dies auf die Produktion von „Alchemy“ ?

Donata: Es ist toll, mit einem Team zu arbeiten, aber aktuell gibt mir mein eigenes Label das Gefühl von Freiheit und Flexibilität. Ich habe noch nie so spontan improvisieren können wie in den letzten Monaten. Wenn ein Song fertig war, konnte ich einfach beschließen, dass er nach ein paar Wochen veröffentlicht wird. Und so entstand auch die Entscheidung, ein Album aus den bisher veröffentlichten Songs zu machen, sehr spontan. Das heißt nicht, dass ich ab jetzt immer so “ungeplant” arbeiten möchte, aber nach vielen Jahren in der Musikindustrie haben sich diese Möglichkeiten wie ein wohltuender frischer Wind angefühlt. Das habe ich gebraucht.

Auf die Ohren: Dein Debütalbum wurde von Gunnar Örn Tynes produziert, Du warst Co-Produzentin (?). Bei „Alchemy“ lag die Produktion in Deiner Hand. Du sagst, der Entstehungsprozess dieses Albums war ganz anders als bei Imaginary Land” . Wie beschreibst Du die Unterschiede?

Donata: Tatsächlich war ich bei “Imaginary Land” auch die Hauptproduzentin und Gunnar (“Gunni”) hat co-produziert. Dennoch gab es große Unterschiede – bei “Alchemy” sind einige Songs in Zusammenarbeit entstanden, vom Songwriting bis zur Produktion. Andere Songs habe ich wiederum komplett alleine fertiggestellt und nur mischen lassen. Alles ist zu verschiedenen Zeitpunkten, an verschiedenen Orten und mit verschiedenen Leuten geschrieben, aufgenommen und fertiggestellt worden. “Imaginary Land” habe ich in einem Rutsch geschrieben und vorproduziert und ab dann den Abschlussprozess mit Gunni begonnen. Dieser hat etwas mehr als 6 Monate am Stück in Anspruch genommen. Jeder der “Alchemy” Songs ist individuell und wesentlich schneller fertiggestellt worden. 

Auf die Ohren:  Am 19. April hast Du das Album im Prachtwerk in Berlin vorgestellt. Werden noch weitere Termine in anderen Städten folgen?

Donata: Bisher noch nichts bestätigt, aber ich werde informieren, sobald etwas offiziell ist! 

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